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Ergebnisse des internationalen Gedichtwettbewerbs „Never Lose Hope“

  • 10. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Kategorie „Erwachsene Autoren“


3. Platz

„The shore within“ von Elisabetta Vigo


BEGRÜNDUNG DER JURY

Mit eindringlicher Schlichtheit vermitteln diese Verse das Gewicht und die Kraft der Hoffnung in den extremsten Situationen und zeigen, wie wahre Erlösung aus der inneren Entscheidung entsteht, Widerstand zu leisten, ohne sich von der Verzweiflung überwältigen zu lassen. Hoffnung wird so nicht bloß zu einer Erwartung, sondern zu einer stillen Kraft, die es einem ermöglicht, mit Mut das Ufer zu erreichen.

Hoffnung ist ein Geschenk, das konkrete und beständige Stärke bringt, fähig, selbst in tiefster Dunkelheit Halt und Orientierung zu geben, und bietet ein intensives und originelles Bild innerer Erlösung, bei dem Ausgangspunkt und Ziel nicht in „etwas“, sondern in „jemandem“ zusammenfallen.

So gelingt es dem Gedicht, Querinis Geschichte zeitgemäß zu machen: Es ist die Chronik eines menschlichen Schiffbruchs, in der Hoffnung nicht bloß ein Wunsch ist, sondern eine harte Entscheidung zum Widerstand; es ist der Sieg des Willens über das Schicksal. Erlösung wird in der Tat jetzt erreicht, wenn der Mensch beschließt, „Mensch“ zu bleiben, standhaft, ohne sich in dem durch das Wasser symbolisierten Ereignis aufzulösen. Und das wahre Ziel ist nicht das erreichte Land, sondern der Raum, der sich in uns öffnet, nachdem wir den Schmerz durchquert haben.


2. Platz

„Håpets sang“ („Das Lied der Hoffnung“) von Lena Jensen Glesnes


BEGRÜNDUNG DER JURY

Das Gedicht besticht durch seinen bildhaften Stil, der Naturbilder und Rhythmus zu einem Lied von tiefer Intensität verwebt. Durch den symbolischen Dialog zwischen Meer und Himmel entwirft die Autorin eine Vision von Hoffnung als einer gemeinsamen und beständigen Kraft, die den Schatten der Gegenwart standhalten kann. Das poetische Wort wird zu einer Reise, die uns einlädt, Menschlichkeit, Empathie und Vertrauen in die Zukunft zu schätzen.

Mit einer lyrischen, ja fast musikalischen Intensität verflechten sich die intimen und universellen Dimensionen und verwandeln die Hoffnung in ein gemeinsames Lied, das die Grenzen von Raum und Zeit überschreitet, dem Chaos der Welt widersteht und zu einer bewussteren und solidarischeren Menschheit einlädt.

In dieser Perspektive wird die historische Route Venedig–Lofoten als Metapher für die großen globalen Herausforderungen der Gegenwart verstanden. Das Bild der Reise zu einem „neuen Horizont“ lässt uns moderne Stürme heraufbeschwören und stellt die „Stimme der Natur“ dem „zynischen Lächeln der Tech-Giganten“ und den „größenwahnsinnigen Trompeten“ gegenüber. Querinis Sieg besteht in dieser Interpretation nicht bloß darin, das Meer zu überleben, sondern in einer Welt, die zur Entmenschlichung neigt, menschlich zu bleiben.

Hoffnung ist in der Tat kein spontanes Gefühl, sondern eine Disziplin. Man muss „durchhalten“, wenn der Lärm von Krieg, Leid und Angst – jene „dunkle chromatische Tonleiter“ – die Melodie des Lebens übertönt.


1. Platz

„Heaps of Blue“ – Nicola Nardin


KOMMENTAR DER JURY

Durch kraftvolle Symbole wie Gitterstäbe, Eisen und Beton verleiht dieses Gedicht der Komplexität des Daseins eine Stimme und verwandelt die Erfahrung von Not in eine Reise der Bewusstwerdung und Befreiung. Was zunächst als Einschränkung und Leid erscheint, wird zu einer Chance für Wachstum und einer neuen Perspektive auf die Realität. Das poetische Wort erhellt den Horizont mit einem neuen Blau und zeigt, wie selbst die härtesten Prüfungen einen Hoffnungsschimmer hervorbringen können.

Es ist eine Reise der inneren Wiedergeburt, auf der Hoffnung gerade dadurch entsteht, dass man eine tiefgreifende Wandlung der eigenen Sichtweise und des Bewusstseins beginnen kann.

Die Authentizität des Textes liegt genau in dieser Wandlung: Hoffnung ist nicht abstrakt, sondern wird als irdische, konkrete Reise dargestellt, die schrittweise in Richtung Freiheit, in Richtung des Blaus führt. Ebenso wird Querinis Reise nicht als fernes, verstaubtes historisches Ereignis verstanden, sondern als der ewige Kampf jedes Menschen, wieder ein „freier Mensch“ zu werden.


Kategorie Junge Autoren


3. Platz

„Hoffnung eines Schiffbruchs“ von Yuri Leander Friedman, Klasse 2 Montessori Istituto Dante Alighieri, unter der Leitung von Frau Maria Ghelfi

 

BEGRÜNDUNG DER JURY

Das Gedicht zeichnet sich durch eine große Bildintensität aus, die Trauer und die Abwesenheit von Freude lebhaft vermittelt. Doch das abschließende Paradoxon, „die Hoffnung auf Schiffbruch“, offenbart eine kraftvolle Botschaft: Selbst in den tragischsten Situationen keimt immer eine widerstandsfähige Form der Hoffnung auf, die den Weg zur Wiedergeburt ebnen kann.

 

Die Jury hob eine ungewöhnliche Reife und die Fähigkeit hervor, Klischees über die Hoffnung zu durchbrechen. Der Text zeichnet sich in der Tat durch den intellektuellen Mut der jungen Autorin aus: Hoffnung wird nicht als vorhersehbares „Happy End“ beschrieben, sondern als die Kraft, den Schiffbruch der eigenen alten Existenz zu akzeptieren, damit etwas Neues entstehen kann.

 

Dies ist eine sehr reife Interpretation von Querinis Abenteuer: keine Reise, die schlecht endete, sondern ein Schiffbruch, der „gut“ endete. So scheint das Gedicht die Bedeutung der Hoffnung auf kühne und originelle Weise auf den Kopf zu stellen, während es anerkennt, dass es sich um eine extreme Spannung handelt – vielleicht paradox für die Menschheit –, die Dunkelheit und Zerstörung in den fruchtbaren Boden des Lebens verwandelt und dadurch eine tiefe emotionale Wahrheit offenbart.


2. Platz

„Tränen“ von Aljosha Filicic, Nicolò Basso und Tito Vanzin, Klasse 2 Montessori, Dante-Alighieri-Institut, mit Lehrerin Maria Ghelfi


KOMMENTAR DER JURY

 

Der Stil von „Tränen“ ist karg und kraftvoll: kurze Zeilen und lebhafte Bilder rufen Schmerz und Verlust hervor. Doch der Kontrast zu „Hoffnung beginnt zu sprießen“ verwandelt Trauer in Wiedergeburt und lädt junge Menschen dazu ein, in den Prüfungen des Lebens den Beginn einer Reise in eine Zukunft der Hoffnung zu erkennen.

Das Gedicht besticht durch seine außergewöhnliche Fähigkeit zur visuellen Synthese: Es gelingt ihm, Pietro Querinis Epos in ein Bild universeller Wiedergeburt zu übersetzen. Der im Text erwähnte „Junge“ könnte sowohl ein junger Querini als auch ein junger Mensch von heute sein, der sich seinen eigenen Schwierigkeiten stellt. Die Botschaft der jungen Autoren ist klar: Aus Asche und Tränen entspringt die Energie für die wichtigste Reise – die in die Zukunft.

  

Das Gedicht wird für seine Fähigkeit gewürdigt, den Schiffbruch als eine Phase des Wachstums darzustellen. Durch einfache, aber tiefgründige Bilder werden die Realität des Verlusts und der damit verbundene Schmerz in einen Ausgangspunkt verwandelt, der es dem Keim der Hoffnung ermöglicht, mit einer inneren Kraft zu sprießen, die uns einlädt, neu anzufangen.


1. Platz

„Together“ von Emma und Teresa, Klasse 1B, Dante-Alighieri-Schule, mit ihrer Lehrerin Sara Bognolo

 

KOMMENTAR DER JURY

Das Gedicht ist eine Hymne an Inklusion und Hoffnung und zeigt, wie das Zusammenkommen einzigartiger Talente eine „größere und tiefere Welt“ schaffen kann. Durch die Metapher des Schiffes und des Schiffbruchs reflektiert es alltägliche Schwierigkeiten und verwandelt sie in Chancen für Wachstum, Neuanfang und Wiedergeburt. Das Ergebnis ist eine Hymne an das Glück, das aus der Hoffnung entspringt und optimistisch in die Zukunft blickt.

Was es auszeichnet, ist der Wechsel vom „Ich“ zum „Wir“: Während andere Gewinnergedichte sich eher auf Schmerz oder philosophische Reflexion konzentrieren, feiert dieses den Wert der Gemeinschaft als einziges wahres Rettungsboot. Die Einfachheit der Struktur, klar und kommunikativ, macht die Botschaft der jungen Autoren unmittelbar und zugänglich, ganz im Sinne des Wettbewerbs „Never Lose Hope“.

Das Gedicht feiert somit in einfachen und authentischen Tönen die Hoffnung, die in jedem von uns wohnt und Kraft aus dem Zusammensein schöpft, wodurch jede Schwierigkeit in eine neue Chance für Neubeginn und Vertrauen verwandelt wird.



Besondere Erwähnung

„Hoffnung bedeutet, zu glauben und niemals aufzugeben“, Klasse 5A, Schule Duca d’Aosta, mit Lehrerin Natascha Beatrice Eggert


KOMMENTAR DER JURY

Das Gedicht verwebt Worte wie einen Wirbelwind aus Energie und feiert die Hoffnung als innere Stärke, verbunden mit Fantasie, Gleichheit und Optimismus. Durch seine spielerische Sprache ermutigt es Kinder, an sich selbst zu glauben.

Es ist ein Werk, das sofort eine positive und universelle Botschaft vermittelt und die Hoffnung zu einer Kraft macht, die allen zugänglich ist und uns stützen, aufrichten und in eine bessere Zukunft führen kann.

Es ist fast schon ein Manifest, offen und energiegeladen, durch das die jungen Autor*innen mit einer Begeisterung kommunizieren, die einen starken Gemeinschaftsgeist offenbart, dessen Bedeutung es verdient, hervorgehoben und gefeiert zu werden.


Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer*innen dafür, dass sie das Thema des Wettbewerbs mit solcher Tiefe und Sensibilität interpretiert haben und gezeigt haben, dass Hoffnung ein Licht ist, das uns auch in den schwierigsten Momenten leitet.


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